Vortrag Friesl: Versuche zur Phytostabilisierung von schwermetall-belasteten Böden

  • W. FRIESL (Autor)

Aktivität: Vortrag ohne Tagungsband / VorlesungPräsentation auf einer wissenschaftlichen Konferenz / Workshop

Beschreibung

VERSUCHE ZUR PHYTOSTABILISIERUNG VON SCHWERMETALLBELASTETEN BÖDEN Dipl.Ing. Wolfgang Friesl Betreuung: · Doz. Dr. Othmar Horak, Österreichisches Forschungszentrum Seibersdorf · Prof. Dr. Walter Wenzel, Universität für Bodenkultur, Inst. f. Bodenforschung, Wien Da in schwermetallbelasteten Böden immer die potentielle Gefahr einer Anreicherung von SM in der menschlichen Nahrungskette steckt, einerseits durch pflanzliche Nahrung andererseits durch Trinkwasser, soll im Rahmen dieser Dissertation versucht werden durch geeignete Zusätze die Mobilität von Schwermetallen zu verringern. Im wesentlichen soll die Dissertation aus zwei Teilen bestehen. Der erste Teil ist ein Gefäßversuch in Seibersdorf, der zweite Teil soll als Feldversuch durchgeführt werden. Gefäßversuch in Seibersdorf mit 4 Böden: Die Versuchsböden stammen aus Reisenberg, Untertiefenbach, Weyersdorf und Arnoldstein und weisen unterschiedliche Bodeneigenschaften auf (pH-Wert, Tongehalt, Ca-Gehalt...). Den 3 erstgenannten Böden wurden Zn, Cu, Ni, Cd und V im Jahre 1987 zugesetzt. Der Boden aus Arnoldstein stammt aus dem Emissionsgebiet der BBU (Bleiberger Bergwerks Union) und weist erhöhte Gehalte von Pb, Cd, Zn, As und Cu auf. Zusätze: Den Böden wird entweder Zeolith, Rotschlamm oder Kalk zugesetzt. Zeolithe weisen eine hohe Kationen-Austausch-Kapazität auf, die dazu beitragen kann die SM zu fixieren. Die im Rotschlamm enthaltenen Eisen- und Aluminiumoxide haben ein hohes Adsorptionsvermögen für SM in Lösungen und sind bei der SM-Bindung im Boden von großer Bedeutung. Kalk wirkt pH-Wert erhöhend und kann SM-stabilisierend aber auch mobilisierend wirken. Pflanzen: In den behandelten Böden wird anfangs Amaranthus ssp., anschließend Lolium ssp. aufgezogen und auf deren SM-Aufnahme untersucht. Im Feldversuch soll Festuca ssp. als SM-tolerante Pflanze zum Einsatz kommen. Methoden: Zur Beurteilung der Mobilität der Schwermetalle wird das Verfahren der sequentiellen Extraktion herangezogen. In diesem 7-stufigen Verfahren werden durch unterschiedliche Extraktionsmittel die Bindungsformen der Schwermetalle ermittelt. Aus diesen Ergebnissen soll abgeleitet werden, ob die SM in mobiler oder stabiler Form vorliegen. Erwartungen: Die Ergebnisse aus dem Gefäßversuch sollen in den Feldversuch einfließen. Aus der Literatur erhaltene Erkenntnisse lassen erwarten, daß die Zusätze Zeolith und Rotschlamm eine stabilisierende Wirkung zeigen, allerdings nur kurzfristig. Längerfristige Auswirkungen dieser Zusätze wurden bisher wenig untersucht und bedürfen einer genauen Prüfung.
Zeitraum6 Okt. 1998
EreignistitelDiplomanden-/Dissertantenseminar
VeranstaltungstypSonstiges
BekanntheitsgradInternational

Research Field

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