Abstract
Die satellitengestützte Radarinterferometrie (InSAR) ermöglicht die berührungslose Erfassung von Bauwerksverformungen mit millimetergenauer Präzision und bietet ein hohes Potenzial für ein netzweites, skalierbares Brückenmonitoring. Während InSAR bislang vor allem zur Beobachtung großflächiger Bodenbewegungen eingesetzt wurde, rücken zunehmend Infrastrukturbauwerke in den Fokus. Am Beispiel einer Autobahnbrücke in Deutschland wird die Eignung frei verfügbarer Sentinel-1-Daten in Kombination mit einer bauwerksspezifischen Temperaturkompensation („Virtual Sensing“) untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass temperaturbedingte Längsausdehnungen zuverlässig erfasst und von langfristigen Verformungstrends getrennt werden können. Nach Temperaturkompensation lassen sich verbleibende Langzeittrends im Millimeterbereich identifizieren. Darüber hinaus erfolgt eine Potenzialanalyse von 560 Autobahnbrücken innerhalb eines 100-km-Radius. Rund 94 % dieser Bauwerke weisen eine ausreichende Anzahl an Persistent-Scatterer-Punkten auf und sind damit grundsätzlich für ein satellitengestütztes Monitoring geeignet. Ein automatisiertes Flagging-System ermöglicht die netzweite Identifikation potenzieller „Hotspots“. Die Methodik zeigt, dass InSAR als skalierbares Instrument in bestehende Überwachungskonzepte integriert werden kann und flächendeckendes Infrastrukturmonitoring unterstützt.
| Originalsprache | Deutsch |
|---|---|
| Fachzeitschrift | Beton- und Stahlbetonbau |
| DOIs | |
| Publikationsstatus | Veröffentlicht - 7 Juli 2026 |
Research Field
- Reliable and Silent Transport Infrastructure
Schlagwörter
- InSAR
- Brückenmonitoring
- Temperaturkompensation
- Netzwerkanalys
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